Die Sinnlichkeit des Haushalts
„Das bisschen Haushalt ist doch nicht so schlimm“, sagt ein Schlager, einfach so. Dieser dumme, kleine Schlager meinte diesen Tatbestand ironisch, sollte aufrütteln, die tägliche Fron des Heimchens im Heim thematisieren, polarisieren, aufrütteln. Die Rezipienten lächelten, zwinkerten sich wissend zu – und gingen zur Tagesordnung über. Was für eine tragische
Wertfrei
Was ist was wert, ich meine nicht, was ist wie viel wert, wenn es was wert ist, sondern, was überhaupt einen Wert hat. Im Leben. Nichts ist wohl individueller, als das. Bei ehrlicher Beantwortung, besonders dann, wenn eine Reihenfolge der Wertigkeiten erstellt werden soll. Da ist – wohl fast immer
Herbstzeitlose
Schön. Herbststimmung. Sanft durchweicht Sprühregen meine Übergangsjacke, während aufgeweichtes Herbstlaub das anheimelnde Gefühl von Schmierseife vermittelt, bemüht, auch die letzten Aufrechten der vergangenen Sommerzeit zu Fall zu bringen. Und zu Hause wird der Verbrauchsscheibe des Gaszählers langsam schwindelig. Kuschelzeit. Glühweinkater statt Pilsbierbirne. Kerzenschein lässt das Verblassen der gesunden Sommersolariumsbräune schamhaft
Vom Balkon
Ein Montagmorgen wie jeder andere. Ich werde begrüßt von einem Anruf, dass nun alles auf dem angemieteten Server funktioniere. Außer Open Exchange und das Mailformular. Toll. Alles andere funktionierte auch VOR sieben Uhr. Was ich brauche, immer noch nicht. Das aber hätte auch nach dem Aufwachen nicht funktioniert. Ganz sicher.
Im Wendekreis des Glücks
Diese Sackgasse ist eine Einbahnstraße ohne Wendemöglichkeiten für LKW, zehn Kilometer lang und ich wohne unmittelbar am – Wendekreis? Das ist unpraktisch und das längste ununterbrochene Teilstück der U-Bahn befindet sich ebenso wie dessen Mittelpunkt unter meinem Wohnzimmer und im Bau, Busse meiden aus leicht einsichtigen Gründen meine Straße und
Nachweihnachtsendblues
Man klopfe sich den Puderzucker vom Sakko, trage den Kater mit der Würde der Verzweiflung und versuche vorsichtig, mit koffeinhaltigen Heißgetränken das Antlitz vor dem ersten Spiegelblick zu entknittern. Während meiner einer unter der Dusche versucht, die Zehenspitzen zu sehen – Spiegelbild in den Fliesen gilt nicht! – formen die