Entweihnachten

Gnadenbringende Weihnachtszeit. Wer diesen Stuss erfunden hat, gehört mit einer Lichterkette erdrosselt. Wenn die ersten Vorweihnachtsterroristen ihre Kilowattstarke Glaubensillumination über die Balkonbrüstung gewuchtet haben und Hunderttausende Plasteruprechts Fassaden hochknechten, ist es wieder soweit: die Schokoladenindustrie beginnt mit der Produktion von Osterhasen. Wem jetzt nicht das Herz weihnachtliche Wonne gebiert, ist

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Steiler Zahn

Wohl denen, deren Kauleisten angemessen mit Zahnwerk bestückt sind, vollzählig und in reinem Weiß erstrahlend. Doch für ein Filmkusslächeln Kaffee und Tee entsagen? Auf all‘ diese netten süßen Schweinereien verzichten? Jeden müden Euro in Dentalkosmetik und Gebisstuning investieren? Niemals. Irgendwann allerdings verschwanden lecker Bissen im Rachen, einfach so. Kamen nie

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Taktile Fragespiele

Wenn wir die Wissenschaft nicht hätten, ehrlich. Da lese ich dich gerade folgende Überschrift: „Forscher visualisieren Unsichtbarkeit!“ Endlich. Da haben die nun Jahrzehnte am Menschheitstraum der Unsichtbarkeit gearbeitet – und sind nun stolz darauf, die Unsichtbarkeit sichtbar zu machen. Nein, ich stelle die einzig logische Frage nicht. Überhaupt sollte heute

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Jammergotcha

Im tiefen Jammertal der grob gezimmerten Beziehungskisten und -kistchen. Genug gejammert, Leid geklagt, gewinselt, gewettert. Genug der Schuldzuweisungen, der gekrängten Eitelkeiten. Genug von unerfüllten Wünschen, zerstörten Träumen, geplatzten Illusionen. Leutz, es reicht. Es ist Zeit, aufzuräumen, Großreinemachen im Revier der Beziehungsverstörten Seelen und Seelinnen. Gestern die Wohnung, heute single.de, mit

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Marionettenspaziergang

Tja, liebe Freunde der bügelfreien Bordsteinkanten, es schreibt wieder. Mal. Zu früh enttäuscht, nur ein Ausbruch. Seitdem Mutanten über die Marktplätze irrlichtern und den einstmals positiv besetzten Begriff ‚Querdenker‘ pervertiert haben, jucken die Fingerchen wieder. Doch, aus gutem Grund nannte ich mich viele lange Jahre lang Querdenker. Und war stolz

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Nachthemd-Filou

Ich sehe mich vor mir, wie ich da in der kleinen Küche am halbrunden Klapptisch auf hohem Barhocker mit Lehne throne, den Gasherd im Rücken, zur Linken ein Fenster zum Hof mit Blick in meine Zukunft, wundervoll verschneiter, fast lautloser Friedhof, zur Rechten hängt ihr Bademantel am Küchenregal, ehemals für

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